Mit Direkt-Blick in glühende Koksofen-Kammern und einer Fahrt auf der Koksausdrückmaschine erleben wir, wie in der Kokerei Prosper Koks entsteht.
Wer das Betriebsareal betritt (direkt gegenüber der alten Halde mit dem Alpincenter Bottrop) spürt sofort: hier wird seit Langem produziert. Da sind die hochhausgroßen Koksofenbatterien und die Kühltürme aus Holz, aus denen weißer Dampf aufsteigt. Tatsächlich sind seit 1928 hier Kokskammern in Betrieb – innen 1200 Grad heiß.
Neben Koks entstehen viele Produkte wie Düngemittel
Kokereileiter Serhan Karaman und Mitarbeiter Dennis Peter erläutern, was der Eigentümer und Stahlkonzern ArcelorMittal (Übernahme von der RAG 2011) produziert: 4000 Tonnen Koks am Tag, dazu Nebenprodukte des Verkokungsprozesses wie Kokereigas, Teer, Benzol und das Düngemittel Ammoniumsulfat. „Wir haben ein Team, das sich nur um die Reparaturarbeiten im Ofen kümmert", so Dennis Peter. Die Kollegen bessern immer für wenige Minuten in Handarbeit Ziegel in den Öfen aus. Die Temperatur wird abgesenkt, aber nicht heruntergefahren. Bis auf die Sanierung 1989 sind die Koksbatterien im Dauereinsatz.
Koks wird ins Ausland exportiert
„Unser Koks geht ins Hüttenwerk Bremen, aber auch in Stahlwerke in Belgien und Frankreich", so Karaman. Vorbei die Zeit, da Kohle aus Bottrop kam und im Ruhrgebiet zu Stahl verarbeitet wurde. Am meisten beeindruckt uns die Fahrt auf der riesigen Koks-Ausdrückmaschine (Peter: „unser Einfamilienhaus"). Die fährt entlang der 146 Kokskammern der drei Koksbatterien. Mitarbeiter öffnen aus dem Führerstand die Ofentüren.
In 30 Stunden „gebacken"
Nach 30 Stunden wird mit einer Druckstange der fertige Koks in die gegenüberliegende Koksseite in den Löschwagen gedrückt. Wir blicken hinab in die Löschwagen mit glühendem Koks.Am Standort Bottrop arbeiten mehr als 400 Mitarbeiter. Damit ist die Kokerei auch nach fast 100 Jahren weiter ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.